Warum ich irgendwann aufgegeben habe

Schon immer war ich auf ihn fixiert. Als kleines Mädchen habe ich ihn angehimmelt, ihm alles geglaubt und alles gemacht, was er gesagt hat. Als ich dann älter wurde, hat sich das Anhimmeln zu einem Bestätigung-Suchen entwickelt. Ich wollte zu allem seine Meinung hören und habe ihn nur noch genervt mit meinen ständigen Nachrichten. Letztendlich habe ich immer gedacht, dass er sich nicht für mich interessiert, weil er nicht geantwortet hat, aber dann habe ich gemerkt, dass er mich besser kennt als jeder andere, ja sogar besser, als ich mich selbst. Und trotzdem hat er mich ignoriert.

Ich war verzweifelt und habe ihn teilweise beschimpft, weil ich seine Einstellung einfach nicht verstehen konnte. Und um ehrlich zu sein, kann ich sie auch heute nicht nachvollziehen, aber ich habe sie akzeptiert und so hingenommen, wie sie ist. Ich kann schließlich sowieso nichts daran ändern.

Ich glaube, dass ich es nie geschafft habe, ihm klar zu machen, was er mir bedeutet und was ich fühle. Ich bin kein Mensch, der über so etwas gerne persönlich redet und so schreibe ich es lieber in unzähligen WhatsApp-Nachrichten.  Und damit kam er, glaube ich, nicht klar.

Einmal, als ich sauer war, dass er nicht geantwortet hat, meinte er, dass ich gerne vorbeikommen könnte zum Reden, aber die Nachrichten sein lassen soll. Wenn er doch nur wüsste, wie schwer mir das fällt!

Ich muss mich zu einem persönlichem Gespräch über Gefühle richtig überwinden und hab unendlich Angst davor, auch wenn es lächerlich ist. Ich bin ein Mensch, der so etwas lieber aufschreibt, weil ich mich so viel besser ausdrücken kann.

Aufgeben 2

Vor kurzem hatte ich dann die Hoffnung, dass er mich etwas fragt, was er aber nicht gemacht hat. Zu dieser Zeit habe ich seine Einstellung eigentlich schon akzeptiert und aufgegeben, aber dann kam der Zeitpunkt und ich bin wieder in ein Loch gefallen. Ich habe an mir selbst gezweifelt, obwohl er wahrscheinlich gar nicht wissen konnte, dass ich das von ihm erwarte. Ich mache ihm also Vorwürfe für etwas, für das er eigentlich gar nichts kann. Obwohl er es sich eigentlich schon hätte denken können.

Das Schlimme ist letztendlich an unserer Beziehung, dass ich nicht auf ihn sauer sein kann. Wenn ich sauer bin und ihn dann das nächste Mal sehe, ist alles auf einmal wie weggewischt, auch wenn ich mir vorgenommen habe, ihn zu ignorieren oder nicht viel mit ihm zu reden.

Unsere Beziehung ist kompliziert. Und ich glaube keiner von uns kann wirklich das ausdrücken, was er fühlt. Zumindest gilt das für mich.

Ich wünschte, ich könnte ihm einfach ins Gesicht sagen, was ich denke, fühle und dass ich ihn liebe und zwar mehr als alle anderen in meinem Umfeld. Aber ich schaffe es nicht und deshalb bin ich wahrscheinlich eher auf mich selbst als auf ihn sauer, auch wenn ich mir das meistens nicht eingestehen möchte.

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