Veni vidi amavi

Neapel ist eine Stadt, deren Häuser mit Wäscheleinen zusammengebunden werden. – Unbekannt

Ich kam, sah und liebte.

Das trifft wohl ziemlich gut, was ich empfand als wir endlich nach 22 Stunden Fahrt auf Ischia, einer italienischen Insel bei Neapel ankamen. Wir, das waren 28 Jugendliche und zwei Erwachsene aus unserer Pfarreiengemeinschaft auf Jugendfahrt mit unserem Pfarrer. Wir sind letzten Montag erst einmal mit der Bahn nach München und von dort dann mit dem Nachtzug nach Rom gefahren. Dort mussten wir umsteigen, um nach Neapel zu fahren, wo wir mit einem Bus abgeholt und zum Hafen gebracht wurden. Dann hieß es wieder aussteigen, ausladen, auf die Fähre, Gepäck verstauen und eine Stunde den kühlen Fahrtwind und die schöne Aussicht genießen, bevor es wieder in den nächsten Bus ging, der uns zu unserem Hotel in Forio, einem Ort auf Ischia brachte.

Und so waren wir dann am Dienstag um halb fünf Uhr nachmittags endlich in unseren Zimmern. Doch lange Entspannen war nicht, denn wir sind nach einer halben Stunde schon wieder los gelaufen, um uns den Strand anzuschauen. Dabei mussten wir erst einmal ein paar Höhenmeter hinter uns bringen, da die Insel eigentlich fast nur aus einem Berg besteht.

Das Hotel war sehr schön. Die Zimmer waren groß uns sauber und jeden Abend gab es ein 4-Gänge-Menü, für das man beim Frühstück (das aus einem Buffet bestand) schon jeweils zwischen zwei Möglichkeiten auswählen musste. Aber diese vier Gänge waren kaum zu schaffen, und spätestens nach dem zweiten Gang hat man nur noch aus Anstand und nicht aus Hunger gegessen. Das Essen war wirklich gut und das Personal sehr freundlich. Einer der Kellner konnte sogar Deutsch, was die Verständigung sehr vereinfachte.

Am Mittwoch ging unser Tag dann nach dem Frühstück mit einem Gottesdienst in einer der Kirchen von Forio los. Wir haben zwar eine Stunde gebraucht, um das Gebäude zu finden, aber letztendlich war es wirklich schön und ein toller Beginn. Danach hatten wir eine Stunde Freizeit, in der die meisten Fotos gemacht und Eis gegessen haben.

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Als wir uns dann wieder alle gesammelt hatten, gingen wir zur nächsten Bushaltestelle um in den Ort Ischia zu fahren. Ich weiß nicht, ob du schon jemals in einem Linienbus in Italien gefahren bist, aber ich kann dir versichern, es ist ein Abenteuer. Jeder kennt ja den Fahrstil der Italiener und das Aussehen ihrer Autos. Und jetzt stell dir mal diesen Fahrstil bei einem alten (in Deutschland ausrangierten) Bus in einer bergigen Gegend vor. Das allein wäre schon sehr abenteuerlich, wenn die Busse so voll wären, wie bei uns. Aber dem ist natürlich nicht so. Wenn das Fahrzeug voll ist, wird eben noch ein bisschen reingedrückt und zusammengeschoben, und schon passen noch viel mehr Leute rein. Die Fahrt hat eigentlich nicht sonderlich lange gedauert, aber bei 25 Grad in einem übervollen Bus, dessen Türen nicht mehr richtig schließen, und dessen Fahrer lebensmüde ist kommen dir schon zehn Minuten wie eine Ewigkeit vor. Wir waren jedenfalls alle heilfroh, als wir in Ischia wieder aus dem Bus kamen.

In der Stadt hatten wir dann wieder zwei Stunden Freizeit, in der wir in kleinen Grüppchen zum essen gegangen sind, und die Stadt auf eigene Faust erkundet haben. Nachdem wir dann noch ein bisschen die Sonne und die Aussicht genossen haben, fuhren wir wieder mit dem Bus zurück zum Hotel, um den restlichen Tag am Strand zu verbringen. Wir gingen baden (die einen mehr, die anderen weniger freiwillig) und lagen faul in der Sonne.

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Nach dem Abendessen waren ein paar von uns noch im warmen Pool am Hotel (das Wasser kommt von einer der vielen Thermalquellen auf Ischia), danach saßen einige noch draußen, um den Abend beim Schafkopfspielen oder einfach nur bei Musik und guter Unterhaltung ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag hatten wir die Möglichkeit zu wählen, ob wir mit zu einer Bucht wandern wollen und erst später zum Strand kommen, oder gleich nach unten gehen. Ich bin mit 19 anderen gewandert und das war eine sehr gute Entscheidung. Die Landschaft der Insel ist wunderschön und wir sind wie durch einen Dschungel gelaufen. Der Farn zu beiden Seiten des Trampelpfads war so hoch wie wir und die Bucht ein Traum. Ursprünglich hätten wir in der zweiten Bucht, an der wir waren gebadet und später hätte uns dann ein Wassertaxi abgeholt. Aber es waren zu viele Menschen da, sodass wir nicht wirklich ins Wasser konnten und dann kam noch dazu, dass das Boot uns nicht holen konnte, weil der Steg kaputt war. Also durften wir die gefühlt 1000 Stufen in der prallen Sonne wieder nach oben laufen. Allerdings haben wir uns dann da gegen den Linienbus und für Taxis entschieden, die uns direkt zu unserem Hotelstrand gefahren haben.

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Ein paar Mojitos (zumindest für die Älteren unter uns), eine abenteuerliche zehnminütige Tretbootfahrt (für sechs von uns) und einen Sonnenbrand später sind wir wieder zum Gottesdienst in die Kirche gegangen und danach zum Abendessen zurück ins Hotel. Nach dem Abendessen waren ich und ein paar andere noch im Indoorpool des Hotels (ein großer Whirlpool, der noch wärmer ist, als der draußen).

Freitag war dann leider auch schon unser letzter Tag auf der Insel und wir haben uns nach dem Morgengebet auf den Weg zur Fähre gemacht, um noch eine Nacht in Neapel zu verbringen.

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Der Bus, der uns vom Hafen abholte, fuhr uns gleich nach Pompeji, wo wir vor unserer Führung durch die zerstörte Stadt noch eine Mittagspause hatten. Wir haben in unserer Kleingruppe eine Pizzeria gesucht, und eine richtig gute gefunden. Nicht nur, dass das Essen sehr gut war, es gab auch bayerisches Bier aus Augsburg und Paulaner Spezi, das offenbar aus Deutschland importiert wurde, da die Etiketten auf Deutsch beschriftet waren.

Nachdem wir dann ein bisschen zu spät zum Treffpunkt kamen, begann unsere Führung durch die Ruinen von Pompeji. Ich muss sagen, dass ich sehr beeindruckt war, wie viel doch noch erhalten geblieben ist, trotz des Unglücks, das am 24. August 79 nach Christus geschehen ist. Die Führung war sehr interessant und ich konnte tolle Fotos machen.

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Der Bus fuhr uns anschließend zu unserem Hotel in Neapel. Es war ebenfalls eine schöne Unterkunft mit dem einzigen Nachteil, das es direkt im Bahnhofsviertel lag. Nach dem Abendessen gingen wir auf die Dachterrasse zum Abendgebet und anschließend haben wir noch einen Supermarkt gesucht. Ich muss sagen, dass ich froh war, in einer großen Gruppe unterwegs gewesen zu sein, denn das Bahnhofsviertel von Neapel bei Nacht erfüllt jedes Klischee. Von Prostituierten, über fragwürdige Geschäfte bis hin zu einem Antimafia-Institut ist alles vertreten. Noch dazu haben wir eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, bis wir einen offenen Supermarkt gefunden haben. Unser Hotel lag in einem Teil der Stadt, den man gut und gerne als China Town bezeichnen könnte. Der Laden, den wir dann fanden lag etwas weiter weg im afrikanischen Viertel.

Als wir uns dann draußen wieder gesammelt haben, kam ein Polizeiauto vorbei, hat angehalten und gefragt, ob alles okay ist. Das fand ich schon ziemlich cool, aber auch sehr beunruhigend. Jedenfalls war ich sehr sehr sehr froh, als wir alle wieder sicher im Hotel ankamen.

An unserem letzten Tag in Italien hatten wir vormittags eine Stadtführung durch Neapel. Ich muss leider sagen, dass ich noch nie so eine hässliche Stadt gesehen habe. Sie ist total verdreckt und selbst die Altstadt ist nicht schön, weil alles einfach nur heruntergekommen ist. Es gibt gefühlte 1000 Kirchen, aber selbst die sind nicht gerade schön. Ich glaube, dass Neapels Untergrund, also die „unterirdische Stadt“, weitaus beeindruckender ist, aber da waren wir leider nicht. Auch unsere Führung fand ich nicht wirklich gut, aber vielleicht liegt das auch daran, dass man nicht viel über die Stadt erzählen kann.

Neapel (1)

Wie auch immer, nach der Mittagspause sind wir dann zum Bahnhof gelaufen, wo das Hotel unser Gepäck hingeliefert hat. Wir haben dann noch die letzten Dinge für die Fahrt eingekauft und sind in den Zug gestiegen, der uns in drei Stunden nach Rom gebracht hat. Von dort ging es dann wieder mit dem Nachtzug nach München. In Florenz durften wir dann nochmal zwei Stunden warten, weil die italienische Bahngesellschaft gestreikt hat. Es hieß also zwei Stunden ohne Klimaanlage und Toiletten am Bahnhof von Florenz. Aber wir hatten Glück, denn ursprünglich war angesagt, dass sie die ganze Nacht streiken und dann wären wir erst um sechs in der Früh weitergefahren statt um zwölf in der Nacht. Letztendlich waren wir eine Stunde später als geplant wieder glücklich und müde zuhause.

Ich muss sagen, dass es wieder einmal eine schöne Fahrt war und wirklich tolle Leute dabei waren. Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr! Nachdem wir jetzt schon dreimal in Italien, einmal in Frankreich und einmal in Polen, Tschechien und Österreich waren, kommt hoffentlich mal unser Wunsch Kroatien dran, aber wir werden sehen. So oder so wird es wieder eine einzigartige Fahrt mit vielen schönen Erinnerungen!

Sonnige Grüße und bis bald, deine

Angela ❤

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