A long way down

Man kann sich über jeden lustig machen, der unglücklich ist, man muss nur grausam genug sein. – Nick Hornby („A long way down“)

Man kann sich einfach nicht in Ruhe umbringen, wenn andere dabei zusehen. Und so kommt es, dass die vier Lebensmüde, die sich Silvester auf dem Dach eines Hochhauses begegnen, nicht springen, sondern sich gegenseitig ihre Geschichten erzählen: die Hausfrau Maureen, der Talkmaster Martin, das Mädchen Jess und der Musiker JJ. Die vier verabreden, mit dem finalen Sprung zu warten. So findet eine Gruppe von Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und die einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen…

Vier Menschen. Vier Charaktere. Vier Geschichten. Vier Probleme. Und letztendlich nur ein Plan: An Silvester von einem Hochhaus mitten in London zu springen, um den vier Leben ein Ende zu setzen.

Maureen, Hausfrau und Mutter. Alleinstehend. Sie hat einen Sohn, der so schlimm körperlich und vielleicht auch geistig behindert ist, dass er weder sprechen, noch hören oder sich bewegen kann. Er sitzt den ganzen Tag da und tut nichts. Seine Mutter kümmert sich schon um ihn, seit er auf der Welt ist und sein Vater die beiden verlassen hat. Regelmäßig geht sie in die Kirche, ist sehr gläubig und verzichtet ihrem Sohn zuliebe eigentlich auf alles. Doch im besagten Jahr, zu dem das Buch spielt, wird ihr alles zu viel und sie steckt Matty, ihren Sohn, für eine Nacht in ein Pflegeheim, um sich in dieser Nacht umzubringen.

Martin, Moderator und Vater. Geschieden. Er hat zwei Töchter, die allerdings bei ihrer Mutter leben, nachdem diese sich von Martin getrennt hatte. Grund dafür: Martin hat sie nicht nur einmal betrogen und am Ende hat er sogar mit einer Fünfzehnjährigen geschlafen (unwissentlich, dass sie so jung ist) und kam dafür ins Gefängnis. Als er wieder herauskommt, hat er nichts mehr. Keine Familie, keinen Job und kein bezahlbares Zuhause. Er zieht um, fängt bei einem kleinen unbedeutenden Kabelsender an zu arbeiten und führt eine On-Off-Beziehung mit seiner ehemaligen Kollegin Penny. Doch glücklich wird er damit auch nicht, weswegen er Silvester von einem Abendessen mit Penny bei Freunden abhaut und zum Hochhaus fährt, um sich umzubringen.

A long way down 2.jpg

Jess, Schülerin und Tochter eines Politikers. Single. Ihre Schwester ist vor langer Zeit verschwunden und sie würde es nie wirklich zugeben, aber sie vermisst sie und leidet darunter. Das erklärt vielleicht auch ihr Verhalten: Sie tanzt von Party zu Party, nimmt Drogen, gerät in Prügeleien und macht eigentlich nur Schwierigkeiten. Ihre Eltern haben sie nicht im Griff und sie findet nicht zu sich selbst. Ist ständig auf der Suche. Der Selbstmordgedanke kommt plötzlich bei einer Silvesterparty im besagten Hochhaus, bei der sie eigentlich ihrem Ex-Lover nachgestellt hatte, doch der war nicht aufgetaucht. Und so rennt sie die Treppen nach oben, um sich umzubringen.

JJ, Musiker und auf der Suche nach Gelegenheitsjobs. Vor Kurzem verlassen worden. Nach der Auflösung seiner Band und der Trennung von seiner Freundin schlägt er sich mit Jobs wie Pizza ausliefern durch. Er ist sehr unglücklich und sieht keinerlei Sinn mehr in seinem Leben. Er hat keinen Schulabschluss, liest gern und viel und kennt sich ungemein gut mit Musik aus. Am Silvesterabend soll er Pizza in das Hochhaus zu der Party liefern, auf der Jess war. Sein Plan war, kurz auf dem Dach die Lage zu checken, die Pizza dann zu liefern und dann wieder nach oben zu gehen, um sich umzubringen.

Und dort auf dem Dach des Hochhauses treffen sich diese vier Gestalten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Maureen hält Martin durch ihre Anwesenheit davon ab, zu springen. Jess‘ plötzliches Auftauchen hält Maureen ab. Martin und Maureen halten Jess ab und JJ wird von dem Bild abgehalten, das sich ihm auf dem Dach bietet. Letztendlich sitzen sie zusammen, essen die Pizza von JJ und erzählen ihre Geschichten. Daraus entwickelt sich mehr oder weniger eine Freundschaft, die ein Außenstehender nie verstehen würde. Sie schließen einen Pakt, bis zum Valentinstag zu warten und sich dann noch einmal zu treffen. Wer sich dann umbringen möchte kann sich dann immer noch vom Dach stürzen.

A long way down 3.jpg

Die Geschichte ist der Hammer und Nick Hornby schreibt richtig gut. Die Kapitel sind immer aus der Sicht einer der vier Selbstmordgefährdeten erzählt und für jeden einzelnen verwendet Hornby einen anderen Schreibstil damit das Ganze authentischer wirkt. Ich finde das toll und auch das Ende des Buches ist schön. Es ist fesselnd und witzig geschrieben und doch kommt man zum Nachdenken und erlebt richtig schöne Momente.

Ich kann A long way down nur weiterempfehlen, ebenso wie den Film. Den habe ich schon vor langer Zeit einmal gesehen und finde ihn richtig gut gemacht. Und soweit ich es noch in Erinnerung habe, ist es sogar eine Buchverfilmung, die nahe am Buch gehalten ist.

Alles auf einen Blick:

  • Titel: A long way down
  • Autor: Nick Hornby
  • Verlag: Knaur.
  • Seitenzahl: 389 Seiten
  • Übersetzer: Clara Drechsler & Harald Hellmann
  • Rating: Rating 5

Viel Spaß beim Lesen und bis bald, deine

Angela ❤

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s