Die Eleganz des Igels

Gehen wir nicht alle so an das Leben heran, wie man seinen Militärdienst leistet? Wir tun, was wir können, und warten darauf, daß wir entlassen werden oder der Kampf beginnt. – Muriel Barbery („Die Eleganz des Igels“)

Renée ist vierundfünfzig Jahre alt und lebt seit siebenundzwanzig Jahren als Concierge in der Rue de Grenelle 7 in Paris. Sie ist klein, häßlich, hat Hühneraugen und ist seit längerem Witwe. Paloma ist zwölf, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais.

Renée führt eine Art Doppelleben: Sie spielt die einfältige Concierge, in Wirklichkeit aber ist sie ungemein gebildet. Während der ruhigen Stunden im Haus hat sie die großen Werke der Literatur und Philosophie gelesen und blickt höchst wachsam auf die Welt und das oft eigenartige Treiben ihrer reichen Nachbarn.

Und Paloma? Altklug wie sie ist, hat sie beschlossen, erst gar nicht in die verlogene Welt der Erwachsenen einzutauchen. Sie will sich noch ein paar grundlegende Gedanken über die Welt machen – sich dann aber an ihrem dreizehnten Geburtstag umbringen.

Als jedoch Monsieur Ozu, ein japanischer Geschäftsmann, einzieht, verändert sich das Leben in dem Stadtpalais ganz überraschend. Hinreißend komisch, bitterböse und sehr berührend erzählen Paloma und Renée von ihrem Leben, den Bewohnern des Stadtpalais, von Büchern, Filmen, Mangas und von ihrer Suche nach der Schönheit in der Welt.

Unglaubliche 364 Seiten voller Tiefgang liegen hinter mir. Ich habe gelacht, geweint und nachgedacht. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das Buch Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery ein absolutes Meisterwerk ist.

Zugegeben: Wer mit Philosophie nicht viel anfangen kann, sollte dieses Buch nicht lesen. Doch für den, der sich für die Philosophie der kleinen Dinge im Leben begeistern kann, ist das Werk absolut Pflicht.

Wie können Sie sicher sein, daß es sich um eine Katze handelt, und überhaupt wissen, was eine Katze ist?

Die Eleganz des Igels

Ein Teenager und eine in die Jahre gekommene Witwe erzählen von zwei unterschiedlichen Standpunkten aus, was sie bewegt. Doch gegen Ende erscheinen einem die beiden Punkte gar nicht mehr so unterschiedlich wie zu Anfang.

Das Buch ist in fünf Teile unterteilt und die Kapitel werden mehr oder weniger abwechselnd von Paloma und Renée geschrieben. Dabei führt Renée ein prinzipiell normales Tagebuch und Paloma hat sich für zwei Bücher entschieden: Eins mit tiefgründigen Gedanken, die in Form eines Haiku oder eines Tanka auf den Punkt gebracht werden und ein Tagebuch über die Bewegung der Welt.

Die beiden Leben treffen erst im letzten Teil wirklich aufeinander, als ein neuer Bewohner in das Haus einzieht und zusammen mit Paloma Renée gewissermaßen „entlarvt“. Sie finden heraus, dass die Concierge gar nicht so dumm ist, wie sie tut.

Das Buch findet ein meiner Meinung nach unerwartetes und abruptes Ende. Doch das macht es nur noch umso besser. Denn ich finde, dass Bücher nur halb so spannend sind, wenn man das Ende von Anfang an ahnt. Allgemein kann ich also sagen, dass es ein Meisterwerk der französischen Literatur ist und ich kann es nur an alle weiterempfehlen, die gerne etwas Anspruchsvolles und Philosophisches lesen.

 

Alles auf einen Blick:

  • Titel:   Die Eleganz des Igels
  • Autor:   Muriel Barbery
  • Verlag:   dtv premium
  • Seitenzahl:   364 Seiten
  • Übersetzer:   Gabriela Zehnder
  • Rating:  Rating 5

 

Viel Spaß beim Lesen und bis bald, deine

 

Angela ❤

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