Die Entwertung der Literatur

Es wird so entsetzlich viel gedruckt, dass man weder Vernünftiges noch Unvernünftiges hört, was man nicht so eben gelesen hat. – J.W. Goethe

Wenn Autoren mit ihren Werken auf die Bestsellerlisten kommen, ist es nicht immer sicher, dass sie das auch wirklich wollen. Gerade Schriftsteller, die sich für etwas Besonderes halten, werden dadurch mainstream. Ein kurzes Beispiel: John Green.

Viele werden jetzt denken: „Aber der hat es doch verdient so gehypt zu werden und auf den Bestsellerlisten der Welt vertreten zu sein.“ Ja, natürlich hat er es grundsätzlich verdient. Aber genau das ist das Problem in meinen Augen: Er gehört mittlerweile zum mainstream und wird von einer breiten Leserschaft verehrt.

Das Buch The fault in our stars, besser bekannt vielleicht als Das Schicksal ist ein mieser Verräter, gehört zu den meistverkauften Büchern des 21. Jahrhunderts. Jeder Jugendliche zwischen 13 und 20 hat zumindest schon einmal davon gehört und mindestens jeder Zweite in dieser Gruppe hat es gelesen. Natürlich freuen sich Autoren über so etwas, würde ich ja auch, und trotzdem nimmt man John Green dadurch die Besonderheit.

Entwertung Literatur

Auch die Tatsache, dass das Werk verfilmt wurde hat es irgendwie zu sehr zugänglich für die breite Masse gemacht. Versteh mich nicht falsch, ich halte mich nicht für einen intelligenteren Menschen und für auserwählt, Bücher wie die von John Green gebührend zu würdigen. Doch ich finde, dass die meisten Menschen die diese Bücher nun lesen nicht den Kern der Geschichte erfassen.

Zuvor wurden Werke wie diese nur von denjenigen gelesen, die sie auch wirklich verstehen und die sich mit ihnen beschäftigen. Jetzt werden sie von allen gelesen und nur noch wenige denken wirklich über sie nach, ja, sehen überhaupt, dass es bei Das Schicksal ist ein mieser Verräter gar nicht um den Krebs der beiden Protagonisten geht oder um deren Liebe.

Ich will einfach sagen, dass es vielleicht nicht immer gut ist, wenn tiefgründige Literatur auf den Bestsellerlisten dieser Welt landet, weil sie dann etwas von ihrem Zauber verliert und für die eigentliche Leserschaft nicht mehr attraktiv genug ist. Klar lese ich die Bücher von John Green immer noch, zumal ja eigentlich nur das eine wirklich mainstream geworden ist. Die anderen sind immer noch kleine Diamanten in dem Geröllfeld der Literatur.

Schönes Wochenende und bis bald, deine

 

Angela ❤

Bildquellen: tOrange.biz ; SketchPort

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