YOU – Du wirst mich lieben

Findest du mich beliebig? – Beck (YOU – Du wirst mich lieben)

!!! ACHTUNG: SPOILERALARM !!!

Nachdem ich vor kurzem schon einen Beitrag zum wohl interessantesten Charakter aus der Serie Gossip Girl geschrieben habe, darf nun natürlich auch nicht fehlen, dass ich über Joe Goldberg aus der Netflix-Serie YOU – Du wirst mich lieben schreibe. Gespielt wird er von Penn Badgley, dem Schauspieler von Dan Humphrey aus der Upper East Side-Serie. Auch das Online-Magazin i-D hat einen Artikel über die Serie veröffentlicht mit dem Titel wir können romantik oft nicht von stalking unterscheidenSehr interessant werden darin die Parallelen der beiden scheinbar unterschiedlichen Charaktere aus zwei völlig verschiedenen Serien aufgezeigt.

Auch ich habe diese Parallelen beim Schauen bemerkt. Dan aus GG stalkt Serena und die anderen gewissermaßen auch. Natürlich noch lange nicht so krank wie Joe Goldberg aus YOU, aber dennoch ist da eine erschreckende Ähnlichkeit. Ich persönlich muss sagen, dass ich mich mit beiden Charakteren identifizieren kann und ich sie beide auch unglaublich sympathisch finde. Natürlich will ich nicht sagen, dass es gut ist, was Joe macht, allerdings ist er abgesehen von dem Stalking ein unglaublich netter und feinfühiger Mensch. Es kommt einen fast vor wie eine schizophrene Persönlichkeitsspaltung.

Auch interessant finde ich, dass Dan in GG bis zum Ende nicht durchblicken lässt, dass er hinter all dem steckt, während Joe in YOU den Zuschauern von Anfang an sagt, was er tut. Es kommen dabei auch Identifikations-Möglichkeiten sowohl mit Joe als auch mit Beck, der Protagonistin aus YOU auf.

YOU

Was mir ebenfalls aufgefallen ist (um mal weg von Dan Humphrey zu kommen), ist die Antithetik bei Joe Goldberg und seinem Nachbarsjungen Paco. Wie man in wenigen Rückblicken zu Joes Kindheit erfährt, wurde er von seinem Mentor Mr. Mooney gewissermaßen gezwungen, diverse Bücher zu lesen. Er hat ihn in den Keller seiner Buchhandlung gesperrt und erst rausgelassen, wenn er das Buch fertig hatte. Paco dagegen ist begierig nach neuen Büchern und verschlingt sie in kurzer Zeit. So stehen sich die beiden Jungen gegenüber: Der, der lesen will und der, der zum Lesen gezwungen wurde.

Der weibliche Charakter, Guinevere Beck, gespielt von Elizabeth Lail, ist dagegen unglaublich stereotypisch. Sie ist eine Schriftstellerin, die nach NYC kommt, um etwas zu bewegen und ihre Karriere voranzubringen. Nach außen hin hat sie ein perfektes Leben, das sie gerne in diversen Social Media-Accounts zur Schau stellt. Allerdings hat sie nur falsche Freunde und den Wunschtraum des perfekten Traumtyps als Freund, weswegen sie sich auf die komischsten Typen einlässt, wie z.B. Benji. Sie ist also gewissermaßen ein wandelndes Klischee.

Die doppelte Psychologie in Joes Absichten ist durchaus auch erwähnenswert. Er spricht immer wieder davon, dass er Beck nur beschützen will vor Typen wie Benji, dem er gleichzeitig vorwirft, sie zu stalken und zu unterdrücken. Er will sie also vor Typen wie ihm selbst beschützen durch seine Taten. Er versachlicht damit Beck und teilt ihr lediglich eine Rolle zu, was er allerdings Benji und Peach vorwirft zu tun. Er sieht also offenbar gar nicht, was er da eigentlich tut, was wieder für die Schizophrenie spricht.

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Beck dagegen will dazugehören, sie will mit ihren Freundinnen mithalten. Egal ob es um Typen oder die Karriere geht. Während sie total unsicher ist, und ihr Leben und Tun in Frage stellt, weiß Joe von Anfang an ganz genau, dass er sie kriegen wird. Die erste Episode beginnt damit, dass er einen inneren Monolog führt, als er Beck zum allerersten Mal in seiner Buchhandlung sieht, und schon da spricht er davon, dass sie ihm gehören wird.

Becks Schreibblockade finde ich auch interessant. Beck will als cool und hip rüberkommen, was sie in ihrer Heimatstadt als Schriftstellerin mit Lyrik-Kursen am College vielleicht auch war. Allerdings kann sie in der Großstadt NYC nicht bestehen. Sie ist dort nichts Besonderes mehr, da es hier Schriftsteller wie Sand am Meer gibt. Diese Schreibblockade führt dann auch noch dazu, dass sie im Wettbewerb am College nicht bestehen kann.

Findest du mich beliebig?

Diese Frage stellt Beck einmal Joe. Das unterstützt meine These wieder, dass sie eigentlich nur ein Klischee verkörpert und in NYC nichts Besonderes ist.

Ich habe Angst zu versagen.

Auch das sagt sie einmal zu Joe während ihrer Schreibblockade. Sie ist dem Druck in der Großstadt am College und mit ihren Freundinnen einfach nicht gewachsen und merkt das nach und nach auch selbst. Gleichzeitig hat sie noch einen Vater-Komplex, den sie sich erst nicht eingestehen möchte.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich die Serie unglaublich genial finde und auf eine weitere Staffel hoffe. Ich halte die Antithetik zwischen Joe und Beck sehr gelungen. Er, der Buchhändler, unscheinbarer Typ, allerdings eigentlich ein wahnsinniges Genie, etwas Besonderes. Und sie, das Klischee-Mädchen, nichts Besonderes oder Auffälliges.

Viel Spaß beim Schauen und bis bald, deine

 

Angela ❤

Bildquellen: Wikipedia, flickr, Beste-Serien.de

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2 Gedanken zu “YOU – Du wirst mich lieben

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