Komparatistik – Kompara…was?

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Unsere Dichter aber überhaupt nicht zu kennen, ist Zeichen entweder einer überaus erschlaffenden Trägheit oder aber verzogenster Blasiertheit.

Cicero

Das Wintersemester 2019/20 an den Unis hat begonnen und damit mein Studium der Komparatistik, einfacher gesagt, der Vergleichenden Literaturwissenschaft. Die meisten Menschen können damit nichts anfangen, da dieser Studiengang bzw. diese Forschungsrichtung nicht sonderlich populär ist und man auf keinen eindeutigen Beruf hinarbeitet.

Die Reaktionen der Menschen in meinem Umfeld, wenn ich erzähle, was ich studiere, sind fast alle gleich: „Aha… Und was genau ist das? Was macht man dann damit?“ Ich will hier einmal kurz erklären, was ich in meinem Studium mache und auch, was ich danach machen möchte. Natürlich habe ich nach zwei Wochen noch nicht den größten Einblick in das Fach bekommen, aber genug um es erklären zu können.

Zuallererst geht es bei dem Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft natürlich um Literatur. Ich habe im ersten Semester fünf sogenannte Lehrveranstaltungen in der Woche. Weltliterarische Lektüren (Seminar), Positionen der Literaturwissenschaft (Vorlesung), Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Kurs), Kulturgeschichte (Vorlesung), Über die Sprachen der Welt (Wahlmodul / Vorlesung). Die ersten vier Veranstaltungen sind Pflichtmodule für mein Studium und somit essentiell.

In Weltliterarische Lektüren gibt es eine Leseliste von 14 Werken, die wir dieses Semester abarbeiten. Jede Woche wird ein anderes Werk besprochen und am Ende schreiben wir eine Klausur darüber. Die Liste reicht von Ilias von Homer über Orlando. A Biography von Virginia Woolf bis hin zu Warten auf Godot von Samuel Beckett. In dieser Veranstaltung lesen und diskutieren wir also nur sehr viele Werke aus aller Welt.

Positionen der Literaturwissenschaft ist eine sogenannte Ringvorlesung, das heißt, dass jede Woche ein anderer Dozent oder eine andere Dozentin da ist. Die Dozenten kommen aus den verschiedensten Bereichen der Literaturwissenschaft (aus der LehrerInnenbildung Deutsch, vom Anglistik-Institut und vielen anderen Institutionen) und verschaffen damit einen breitgefächerten Blick auf das Fach.

Die Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft ist genau das: Eine Einführung in den Studiengang. Dabei geht es vor allem um das Schreiben von Arbeiten und Halten von Präsentationen zu Themen der Komparatistik. Wir lernen dort also vor allem die praktische Seite des Studiums kennen, aber auch die theoretischen Ansätze des Faches.

Kulturgeschichte ist eine Vorlesung in der es um die Kulturgeschichte des Alten Orients und Ägypten, der Antike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit geht. Hauptthema sind also nicht die geschichtlichen Ereignisse damals, sondern das alltägliche Leben der Menschen zu dieser Zeit. Etwas trocken, aber schon interessant.

Nach zwei Wochen kann ich sagen, dass das Studium sehr interessant und abwechslungsreich ist. Ich persönlich studiere in Innsbruck, also in Österreich. Das Klima an der Uni dort ist ziemlich cool und die Stadt ist auch wunderschön. Ansonsten kann man noch in Wien, Berlin, München, Frankfurt, Erfurt und ein paar anderen deutschen Unis studieren. Allerdings ist die Komparatistik nicht so verbreitet im deutschsprachigen Raum.

Ich will danach ins Verlagswesen, am liebsten als Lektorin. Man kann aber auch als Journalist oder in Bibliotheken o.Ä. arbeiten. Das Spektrum an Berufsmöglichkeiten ist also groß.

Ich werde in Zukunft wahrscheinlich noch einige Beiträge zu meinem Studium schreiben, aber das hier war schon einmal eine kurze Erklärung.

Bis bald, deine

Angela ❤

Bilderquellen: Pixabay, Unsplash

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