Sunday Thoughts #18

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An Zeit fehlt es uns vor allem dort, wo es uns am Wollen fehlt.

Ernst Ferstl

Prioritäten zu setzen ist wichtig im Leben. Was wären wir ohne sie? Wir müssten allem, was wir tun und jedem, der in unserem Leben ist, dieselbe Aufmerksamkeit schenken. Das würde uns letztlich kaputt machen. Also priorisieren wir. Wir erstellen ständig geistige Listen, was oder wer uns wichtiger ist als etwas oder jemand Anderes.

Ich habe dieses Wochenende gemerkt, was ich eigentlich noch alles machen muss, bevor ich heute wieder zurück nach Innsbruck fahre. Ich weiß nämlich nicht einmal, wann ich das nächste Mal zu meinen Eltern und Freunden zurückkommen kann. Für diese Dinge hätte ich die letzten zwei Monate Zeit gehabt. Und letztlich musste ich sie alle am Freitag und Samstag erledigen. Da war meine Priorität auf meiner freien Zeit, meiner Ungebundenheit.

Damit einher geht, dass meine Freunde bei mir oberste Priorität haben. Meine Familie natürlich auch, aber meine Freunde sind mir besonders wichtig. Deshalb habe ich auch nicht allzu viele gute Freunde, dafür mehr Zeit für sie.

In den letzten zwei Wochen habe ich auch endlich wieder einmal eine sehr gute Freundin getroffen, die ich seit Februar nicht mehr gesehen habe. Natürlich hätten wir es einrichten können, aber es hat sich nie so ergeben. Jetzt habe ich sie zwei Abende wieder gesehen und es ist noch genauso wie vorher. Wir können immer noch über alles reden. Und wir beide wissen, dass wir jederzeit zur anderen kommen können und diese für einen da ist. Solche Freundschaften habe ich mir immer gewünscht.

Meine beste Freundin hat mir an meinem Geburtstag letzte Woche eine Torte gebacken und dann auch noch für die Party mit meinen Freunden Snacks vorbereitet. Das ist ein Verständnis von Freundschaft, dass ich bei ihr liebe. Wir kennen uns seit neun Jahren und es ist eine Selbstverständlichkeit solche Dinge für die andere zu machen.

Mein bester Freund hat mir (trotz unserer Vereinbarung, uns nichts mehr zum Geburtstag zu schenken) etwas Kleines geschenkt, das aber unglaublich viel Wert für mich hat. Er hat es selbst gemacht mit Fotos von uns und das ist mir viel wichtiger als große finanzielle Ausgaben. Es zeugt von Aufmerksamkeit und davon, dass ich ihm wichtig bin und er sich Gedanken darüber macht, wie er mir eine Freude machen kann. Auch das hat große Priorität in meinem Verständnis von Freundschaft.

Leider sind manche meiner Freundschaften auch distanzierter geworden. Ich kämpfe um ein paar noch, da sie mir wichtig sind, aber bei manchen ist es relativ aussichtslos. Die Distanz ist zu groß geworden. Wir beide haben uns zu sehr in verschiedene Richtungen verändert. Es wird wohl nie mehr so werden, wie es noch während der Schulzeit war, als man sich noch jeden Tag gesehen hat.

Bei manchen Freundschaften weiß ich auch nicht genau, wo wir gerade eigentlich stehen. Ist es noch so wie früher? Haben wir uns distanziert? Bilde ich mir das nur ein?

Ich habe in letzter Zeit sehr viel über meine Beziehungen nachgedacht. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich um manches kämpfen muss, aber um anderes nicht. Dass das die Kraft manchmal einfach nicht wert ist, da sich der Gegenpart selbst nicht darum bemüht. Vielleicht kann ich mit diesen Gedanken mich selbst ein bisschen heilen, da meine Psyche unter meinem verkopftem Nachdenken und Erörtern ziemlich gelitten hat.

Damit einen schönen Sonntag und bis bald, deine

Angela ❤

Bilderquelle: unsplash.com

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