Sunday Thoughts #19

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Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.

Bertolt Brecht

Ich habe Angst vor dem Tod. Nicht direkt vor dem Sterben an sich, aber vor dem, was danach kommt. Vor dem Nichts, in das man fällt. Vor dem Nicht-Mehr-Sein. Vor dem Vergessenwerden.

Ich habe Angst vor dem Tod. Angst davor, nichts auf dieser Welt zurückzulassen. Angst davor, nicht mehr zu existieren. Angst davor, nicht das erreicht zu haben, was ich erreichen will.

Ich habe Angst vor dem Tod. Angst vor dem Nichts.

Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, als ob ich ständig über meinen Tod nachdenken würde. Ich bin 19, mitten im Studium, ich hab mein ganzes Leben noch vor mir. Ich hab Träume, die zu Zielen wurden. Aber genau diese Ziele geben mir die Angst vor dem Tod, bzw. eher vor dem Nicht-Mehr-Sein.

Ich habe nicht Angst davor, zu sterben, solange es auf natürlichem Wege im hohen Alter ist, sondern davor, dass ich nichts auf der Welt zurücklasse, mithilfe dessen man sich an mich erinnert. Ich glaube, dass man als Künstler*in immer einen gewissen Anspruch an sich hat, ein Lebenswerk zu erschaffen. Etwas, das unvergänglich ist und bis weit nach dem eigenen Tod existiert.

Dieser Anspruch an meine Arbeit verschafft mir genau diese Angst davor, es eben nicht zu schaffen. Nichts zu hinterlassen. Natürlich ist es irgendwo unbegründet, weil ich diesen Blog betreibe, der bis in alle Ewigkeit existieren könnte, ich schreibe Bücher, die ja faktisch existieren, auch nach meinem Tod noch. Zumindest wenn ich nicht verfüge, dass alles zerstört wird, aber das hab ich ganz sicher nicht vor.

Aber es reicht mir nicht, überhaupt etwas zu hinterlassen. Ich will auch, dass ich es allen Menschen hinterlasse. Dass meine Arbeit so erfolgreich ist, dass ich weit über meinen engsten Kreis hinaus in Erinnerung bleibe.

Ich will nicht einfach aufhören zu existieren.

Ich glaube nicht wirklich an ein Leben nach dem Tod. Am ehesten glaube ich noch an Wiedergeburt, aber letztlich kann ich nicht sagen, was ich denke, was passiert, wenn wir sterben. Und weil ich nicht daran glaube, dass etwas danach existiert, habe ich den Anspruch an mich selbst, das Beste aus meinem Leben herauszuholen.

Vielleicht klingt es jetzt so, als würde ich einfach nur unbedingt berühmt werden wollen. Aber das ist es nicht wirklich. Klar, geht das damit einher, aber ich bin keine Person, die sonderlich gern im Rampenlicht steht. Als Autorin freue ich mich sehr, wenn meine Bücher oder anderen Texte von vielen Menschen gelesen werden. Aber ich rede im Moment noch sehr ungern mit anderen Menschen über meine Arbeit. Ich will mich zu nichts Besonderem machen. Ich will nur etwas hinterlassen, dass für ewig bleibt, weil ich das nicht kann.

Ich wollte zu diesem Thema noch einen Podcast und ein Video empfehlen:

Der Podcast Die Sprechstunde vom YouTuber LeFloid und seinem Kollegen Oli. Da redet Flo (LeFloid) in einer der ersten Folgen mit Rieke Werner (Strawbellycake) über dasselbe Problem, das ich auch habe: Dass er Angst davor hat, nicht mehr zu sein, bzw. was nach dem Tod ist.

Und zusätzlich will ich noch ein Video des YouTubers CreepyPastaPunch empfehlen. Das ist im Prinzip eine Creepy Pasta (also eine gruselige Geschichte) über den Tod, bzw. was danach kommt und die Vorstellung, die dort vermittelt wird, kommt am ehesten an das ran, was ich auch glaube.

Mit diesen etwas düsteren Gedanken wünsche ich dir noch einen schönen Sonntag und bis bald, deine

Angela ❤

Bilderquelle: unsplash.com

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