Sunday Thoughts #20

am

Ich habe den Körper einer Frau und die Gefühle eines Kindes.

Elizabeth Taylor

Gefühle sind doch etwas Komisches. Man weiß manchmal, ja sogar oft nicht, warum man gerade genau das fühlt, was man fühlt. Man will vor seinen Gefühlen weglaufen. Man will sich vor ihnen verstecken. Und wenn sie dann doch über einem hereinbrechen, dann will man sie so schnell wie irgendwie möglich wieder loswerden. Gefühle sind etwas Komisches.

Ich sollte im Moment eigentlich wirklich glücklich sein. Ich bin in einer wunderschönen Beziehung, von der ich jeden Tag mehr genieße als den davor. Ich lebe in einer tollen Stadt. Ich habe Menschen um mich herum, die ich liebe. Klar, ich sehe meine Freund*innen zur Zeit eigentlich kaum noch, aber trotzdem haben wir weiterhin Kontakt. Ich war vor Kurzem bei meiner Familie. Von außen betrachtet sollte es mir gut gehen. Ich sollte im Moment glücklich sein.

Aber so einfach ist das leider meistens nicht. Natürlich führe ich eine tolle Beziehung, deshalb bin ich auch sehr glücklich, wenn ich mit meinem Freund zusammen bin. Ich habe auch wunderbare Freund*innen, mit denen ich mehr oder weniger regen Kontakt pflege. Und auch meine Familie mag ich sehr und besuche sie gerne. Und doch fehlt mir etwas zum Glücklichsein.

Ich möchte jetzt nicht darüber schreiben, dass mir aufgrund der Pandemie etwas fehlt. Das spielt in meiner momentanen Gefühlswelt natürlich auch eine Rolle. Aber das ist nicht der Hauptgrund.

Ich habe vor eineinhalb Jahren angefangen, Literaturwissenschaft zu studieren. Damals hatte ich nicht wirklich Alternativen zu diesem Studiengang. Kommunikationsdesign, Journalismus, Germanistik und Psychologie waren zwar auch in meinen Überlegungen, aber ich habe alles irgendwie verwerfen können. Für Kommunikationsdesign fehlt mir das künstlerische Talent, für Journalismus schreibe ich zu gern emotional, Germanistik fällt weg, weil ich nicht Lehrerin werden möchte und Psychologie…

Ja, für Psychologie hatte ich nie wirklich einen Grund, es nicht zu studieren. Außer vielleicht den NC in Deutschland und den Aufnahmetest in Österreich. Und die Unsicherheit, ob ich als Therapeutin arbeiten kann.

Ich habe in den letzten Wochen – eigentlich schon im letzten Semester – gemerkt, dass ich nicht mehr weiß, ob Literaturwissenschaft wirklich das ist, was ich machen möchte. Klar, macht es mir Spaß und ich finde es auch sehr interessant. Aber letztlich hat es mir die Freude am Schreiben und vor allem die Freude am Lesen genommen. Ich habe seit Beginn meines Studiums kaum noch zum Vergnügen Bücher gelesen und das fehlt mir ungemein.

Außerdem habe ich die bittere Erkenntnis gewonnen, dass ich mir meinen Job wohl später einmal nicht wirklich aussuchen werden kann. Ich werde wohl da hinziehen müssen, wo ich einen Job bekomme. Und das möchte ich nicht unbedingt. Deshalb bin ich jetzt zu dem Schluss gekommen, dass ich nach diesem Semester den Aufnahmetest für Psychologie in Innsbruck machen werde und wenn ich diesen bestehe, dann werde ich ab Oktober Psychologie studieren.

Ich bin momentan der Meinung, dass ich diese Veränderung in meinem Leben brauche, um neue Motivation und neue Kraft zu sammeln. Ich habe gemerkt, dass mir etwas fehlt, dass ich etwas verändern muss. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es weder meine Beziehung (an der ich nie gezweifelt habe) noch meine Freundschaften sind, sondern mein Studium, dass mich in gewisser Weise „unglücklich“ macht.

So viel zu meinen Gedanken, der letzten Zeit. Bis bald, deine

Angela ❤

Bilderquelle: unsplash.com

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